IGS Edigheim

Förderverein

Gesamtschule Edigheim: Naturerlebnisse als Ziel / „Schäden durch Vandalismus"

LUDWIGSHAFEN. Der Schulhof und das gesamte Außengelände seit 40 Jahren unverändert, großflächig ver­siegelt, verwildert oder durch inten­sive Benutzung beschädigt - so sah bis vor gut eineinhalb Jahren das Au­ßengelände der Gesamtschule Edig­heim aus. Doch das war einmal, seit Schüler, Eltern und Lehrer selbst Hand angelegt haben. Abschnitt für Abschnitt sind auf 10 000 Quadrat­metern ein ganz besonderer Schul­garten entstanden.

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Schulfest der IGS Edigheim widmet sich der Neugestaltung des Schulhofs
Das Schulfest der Integrierten Gesamtschule (IGS) Edigheim unter dem Motto „Fest der Vielfalt“ hat am Samstag nicht nur viel Unterhaltung für große und kleine Besucher geboten, sondern auch Informationen über die geplante Neugestaltung des Schulhofs, für die sich Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam engagieren.

SchulfestGedränge und Gewusel herrschten auf dem Schulhof und in den Gängen der IGS. Für zhlreiche Angebote zum Mitmachen und Ausprobieren und viele Infostände hatten die Organisatoren gesorgt. Gerade für die zukünftigen Oberstufenschüler, die ab dem nächsten Schuljahr zum ersten Mal in der Geschichte der IGS eine Oberstufe bilden werden, bot das Festa eine Gelegenheit, um sich ein entsprechendes Bild von der Schule zu machen.Doch nicht nur in der Struktur, sondern auch äußerlich möchte sich die Schule weiterentwickeln. So stand beim Schulfest auch die Präsentation des Schulhofprojekts des Fördervereins, an dem Lehrer, Schüler und deren Eltern gemeinsam arbeiten, im Mittelpunkt. Der Schulhof, der aus den 1970er-Jahren stammt, ist durchgängig von Asphalt und Stein geprägt und macht mit Elementen wie Beton-Sitzplätzen, Bäumen und Hecken einen verwilderten und wenig einladenden Eindruck.

„Gemeinsam mit ihren Eltern und Lehrern sollen die Schüler das Außengelände ihrer Schule unter ökologischen und den Gesichtspunkten des Naturgartenbaus selbst gärtnerisch gestalten“, erklärte Projektkoordinatorin Marion von Brockhausen die Idee. In der Schulbibliothek wurden hierfür Modelle aus Naturmaterialien der Klassen fünf bis zehn ausgestellt. Sie sollen dem Verein „Naturspur“ und allen anderen Mitverantwortlichen als Ideenanreger zur Umgestaltung des Schulhofes dienen.

Was auffiel: Fast alle Modelle zeigten Klettergerüste oder in sich geschlossene Sitzgruppen. „Damit wir auch eine Ecke zum Reden und Spielen haben, ohne dass die Großen diesen Platz schon besetzen“, sagten Yussuf und Youssif, die gemeinsam das Modell der Klasse 5a präsentierten.

Neben dem Schulhofprojekt waren am vergangenen Samstag aber auch die zahlreichen Angebote für Groß und Klein ein regelrechter Besuchermagnet. Vor allem die „Miniolympiade“ kam bei den jüngeren Gästen sehr gut an: Sie konnten Bowling, Hockey-Torschießen, Pfeilwurf und Seilspringen ausprobieren und ihre Fertigkeiten beim Fahrradfahren unter Beweis stellen.

Eine große Heiterkeit herrschte am sogenannten Mohrenkopf-Katapult. Mit maximal drei Bällen durften die Besucher versuchen, eine runde Holzscheibe zu treffen. Gelang es ihnen, wurde ein Mohrenkopf mit einem Katapult in die Richtung des Werfers abgefeuert. „Ich zeig’ euch gleich mal, wie das geht“, kündigte der 13-jährige Emre an. Er traf zwar tatsächlich beim ersten Versuch, für den zu kurz abgefeuerten Mohrenkopf war der noch mit Jubeln beschäftigte Werfer aber nicht bereit. Das Objekt der Begierde landete somit auf dem Boden. „Egal, den esse ich trotzdem noch“, sagte er nach einer kurze Schockstarre, lachte – und ließ sich seinen Schaumkuss schmecken. (koep)

6.6.2016

Die Edigheimerin Marion von Brockhausen will mit dem Förderverein der Gesamtschule den Schulhof naturnah umgestalten

Marion von Brockhausen hat einen ambitionierten Plan: Die Edigheimerin will das teils versiegelte, teils verwilderte Außengelände der Integrierten Gesamtschule Edigheim (IGS) naturnah umgestalten. 80.000 bis 100.000 Euro veranschlagt sie für ihr Vorhaben. Schon im Herbst soll das Projekt starten. Die Initiatorin setzt auf das Engagement von Lehrern, Schülern und Eltern.

Im Dezember hat Marion von Brockhausen damit begonnen, sich Gedanken über den Ausbau des Schulgarten- und Pausenhofgeländes an der IGS zu machen. Inzwischen hat die 61-Jährige ein Konzept mit Hand und Fuß samt Finanzierungsplan erarbeitet und verschiedene Partner mit ins Boot geholt.Dass sie keine Mittel von der Ludwigshafener Stadtverwaltung zu erwarten hat, war ihr schnell klar: Wegen der defizitären Haushaltssituation könne die Stadt derzeit nur in Gebäude, nicht aber in Außengelände von Schulen investieren, sei ihr aus dem Rathaus signalisiert worden. Weil das IGS-Gelände aber an den Oggersheimer Altrheingraben angrenzt, hat sich für die Gartenliebhaberin eine andere Tür geöffnet. Im Rahmen der Renaturierung dieses Bachlaufs durch die Aktion blau plus des Mainzer Umweltministeriums kann von Brockhausen auf einen gewichtigen Partner bauen.

Der IGS-Förderverein um den Vorsitzenden Jürgen Müller, der das Projekt gemeinsam mit der Koordinatorin von Brockhausen verantwortet, will ebenfalls seinen Teil beisteuern. Außerdem hat die Initiatorin noch den Otterstadter Verein Naturspur für ihr Vorhaben gewonnen. Dieser Verein bietet zum einen Natur- und Umweltbildungsarbeit an. Er gestaltet zudem mit Kindern und Jugendlichen, Eltern und Anwohnern naturnahe Spiellandschaften. „Naturspur wird gemeinsam mit Schülern und Lehrern einen Plan für die Umgestaltung des Außengeländes erarbeiten“, erklärt Marion von Brockhausen.

Los geht es bereits am 4. Mai an der IGS mit einer Planungswerkstatt. Die Gesamtschüler sollen dabei Ideen für die Neugestaltung ihres Schulhofs entwickeln. Beim Schulfest am 4. Juni sollen dann Modelle dieser Ideen ausgestellt werden. Die Koordinatorin hofft, dass sie schon im Herbst mit der Umsetzung einzelner Projekte beginnen kann.

Besonders liegt von Brockhausen am Herzen, die Betonwüste rund um die Schule aufzubrechen und durch viel Grün zu ersetzen. Weiterhin schweben ihr ein Sandplatz für Ballspiele, ein Trimm-dich-Pfad im angrenzenden Wäldchen und die Neugestaltung des Schulgartens mit Obstbäumen vor. Dieser befindet sich seit vielen Jahren im Dornröschenschlaf und ist kaum mehr als Garten zu erkennen.

Von Brockhausen hofft darauf, in den nördlichen Stadtteilen Sponsoren zu finden, die den IGS-Förderverein bei diesem Großprojekt finanziell unter die Arme greifen. Sie ist davon überzeugt, dass ein naturnah gestaltetes Außengelände rund um die Schule nicht nur den Schülern, sondern allen Stadtteilbewohnern als parkähnlicher Naherholungsbereich zugute kommen kann. (evo)